Mittwoch, 27 Juli 2011 08:30

Unfallzahlen in Klettersteigen steigen rapide

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Unfallzahlen in Klettersteigen steigen rapide

Gefahr von Klettersteigen wird unterschätzt

27.07.2011: Salzburg, Berlin: Laut der Bergrettung Salzburg, nehmen die Unfälle in Klettersteigen im Jahr 2011 erheblich zu. Die Bergrettung konnte in nur drei Monaten des Jahres 2011 bereits gleich viele Unfälle in Klettersteigen registrieren, wie im ganzen Jahr 2010. Verschiedene Ursachen sehen die Bergretter in dieser Zunahme.

So würden viele Klettersteiggeher die Gefahren völlig unterschätzen und sich selbst überschätzen. Nicht die schlecht ausgerüsteten Touristen wären davon betroffen, sondern vor allen die gut ausgerüsteten.

Ein weiteres Problem sei die erhebliche Zunahme an Klettersteigen und deren Schwierigkeitsgrade. Neue Klettersteige seien häufig darauf ausgelegt, den Touristen einen besonderen Nervenkitzel zu bringen, so dass bewußt auf "Rastorte" verzichtet werden würde. Der Trend, dass jede Gemeinde touristisch durch einen besonders anspruchsvollen Klettersteig auffallen möchte, sieht die Bergrettung Salzburg mit Sorge.

Tatsächlich hält der Boom im Bauen von Klettersteigen im gesamten Alpenraum an und die Gemeinden haben diese Klettersteige als touristische Attraktion für sich entdeckt. Die Gefahr der Selbstüberschätzung ist bei Klettersteigen sehr groß, da Klettersteige unter Nicht-Fachleuten als sicher und sicherheitstechnisch unproblematisch gelten und bedingt als Kletterprojekt angesehen werden.

Dieses ist keineswegs so. Trotz der bereits bestehenden Sicherungsstahlseile, Krampen, Leitern, die sowohl zum sichern als auch zum aufsteigen und klettern benutzt werden, sind Klettersteige keine Wanderwege. Sportliche (und vor allem neuere) Klettersteige können Kletterstellen in überhängendem Gelände oder in Felsfomationen haben, die nur durch Klettertraining- und ausbildung überwindbar sind.

Zusätzlich sind Klettersteige überwiegend in den Alpen anzutreffen, so dass der Klettersteiggeher sich zwingend mit dem gesamten Komplex der "alpinen Gefahren" auseinandersetzen muss. Ein Klettersteig ist der beste Blitzableiter.

Klettersteige sollten nur mit speziellen "Klettersteigsets" begangen werden, die einen Fallenergiedämpfer beinhalten. Dieser reduziert die Fallenergie im Falle eines Sturzes, die auf Material und Körper wirkt. Trotzdem ist die Gefahr, an den Stahlstiften eines Klettersteiges im Falle eines Sturzes hängen zu bleiben oder völlig unkontrolliert an dem Sicherungsseil herabzurutschen oder anzuprallen sehr groß. Für Personen unter 50 kg sind diese Klettersteigsets nach Untersuchungen des Deutschen Alpenvereins problematisch, da sie nicht genügend Gewicht einbringen, um den Fallenergiedämpfer auszulösen. Für Personen unter 35 kg sind diese Sets ungeeignet, da sie die Fallenergie nicht aufbringen und damit Kräfte auf Material und Körper wirken, die zwangsläufig zu schweren Verletzungen führen.

Damit gehen Klettersteigunfälle meist deutlich weniger glimpflich ab als z.B. Unfälle beim normalen Fels- oder Sportklettern.

Vor der Tour sollten unbedingt Informationen eingeholt werden (Internet, Sektionen der Alpenvereine, Touristenbüro vor Ort, Bergführer vor Ort) um die objektiven und subjektiven Schwierigkeiten und Gefahren einschätzen zu können.

Zu einer gezielten Vorbereitung einer selbstständigen Tour sollte auch eine fundierte Ausbildung in Sicherungstechniken gehören, damit der Urlaubsspaß nicht zu einem nachhaltigen Desaster wird.

Gelesen 1344 mal Letzte Änderung am Dienstag, 12 März 2013 18:02
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