Was sind Kletterscheine ?

Die vor einigen Jahren in Deutschland und Österreich eingeführten Kletterscheine dienen dem Nachweis, dass der Inhaber einmal einen Kletterkurs absolviert hat und zu dem Zeitpunkt das Ausbildungsziel des Kurses erreichte. Unterschieden werden Toprope- und Vorstiegsscheine für das Klettern an künstlichen Kletteranlagen und den Kletterscheinen, die für das Klettern Outdoor quailfizieren sollen. Diese Scheine sind nicht von rechtlicher Relevanz und stellen keine Lizenz dar, um den Klettersport ausüben zu können.

In Österreich ist die Idee der Kletterscheine entstanden und wurden erstmalig 1999 umgesetzt. Nach der Einführung wurden verbindliche Kletterscheine für das Felsklettern in Erwägung gezogen, es scheiterte allerdings an dem heftigen Widerstand der Kletterer. Übrig geblieben ist in Östereich neben den Indoorscheinen, der ebenfalls unverbindliche Kletterschein Outoor classic.

Die ersten Indoor-Kletterscheine (Toprope und Vorstieg) in Deutschland wurden 2003 bei unseren climbland-Kursen für die Humboldt-Universität zu Berlin nach Absolvierung einer Prüfung aus den Inhalten aus mindestens 12 Terminen à 2 Stunden ausgestellt.

Der Deutsche Alpenverein (DAV) stellt seit 2005 Kletterscheine nach erfolgreichem absolvieren des jeweiligen Kletterkurses (3x3 Stunden) aus, der Kletterhallenverband seit 2008 (2x3 Stunden). Relativ neu sind die Kletterscheine Toprope und Vorstieg des Verbandes Deutscher Berg- und Skiführer (VDBS), die bei Outdoor-Kursen unterschiedlicher Anbieter von Bergführern vergeben werden.

Seit dem Jahr 2013 ergänzt der DAV-Kletterschein Outdoor die DAV-Kletterscheine Toprope Indoor und Vorstieg Indoor. Zusätzlich kann zu dem DAV-Vorstiegsschein Indoor ein "update" mit erweiterten Indoor-Inhalten z.B. Umgang mit den bremsunterstützenden Sicherungsgeräten erworben werden.

Generell können Kletterscheine nur das Können zum Zeitpunkt der Abprüfung der Inhalte der Kurse dokumentieren. Der Besitz eines Kletterscheines dokumentiert nicht den aktuellen Sicherheitsstand des Inhabers. Durchführung und Umfang der jeweiligen Kurse zum Erwerb eines Kletterscheines ist maßgeblich für die Sicherheitspraxis über die Prüfung hinaus. Je nach Kursumfang und -inhalt mehr oder gar nicht für alle Eventualitäten im Klettersport. Die Kursumfänge und Inhalte sind z.B. bei den DAV- und Kletterhallenverband-Indoor-Scheinen auf ein inhaltliches Minimum reduziert worden.

Scheine verhindern ebenso nicht, dass sich in der längeren Praxis Fehler in den Sicherungspraktiken einschleichen. Trotz Kletterscheinen braucht es regelmäßige Updates in Sicherungspraxis und Material.
Zunehmend werden die Kletterscheine bei den Kletterhallen als Voraussetzung für eine Nutzung gefordert. Für ein Klettern in der Natur bereiten die Kurse, deren Abschluss die Indoor-Scheine darstellen, nicht ausreichend vor. Die Outdoor-Kletterscheine können ebenfalls nur Standardsituationen bescheinigen, derer es aber in der Natur deutlich umfangreichere und unterschiedlichere gibt.

Die climbland-Scheine dienen als Nachweis u.a. für eine Weiterführung eines Kletterkurses an in- und ausländischen Universitäten und sind dort anerkannt.


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