Fragen zu Kletterequipment

Hier finden sich Fragen und Antworten zu Klettermaterial und Sicherheitsequipment. Auch übliche Fragen von Kursteilnehmern zu benötigten Material werden hier beantwortet.
Nicht beantwortet wird hier der richtige und grundsätzliche Umgang mit und Einsatz von Sicherungsgeräten oder Fragen über Sicherheitstechniken und -abläufe. Wir meinen, dass dies nur durch begleitende Schulungen und Ausbildungen zu verantworten ist.
Begriffe, deren Definitionen und Besonderheiten (v.a. sicherheitstechnisch) finden sich dagegen in unserem Glossar.

Kann ich auch gebrauchtes Klettermaterial kaufen ?

Neben dem normalen Verschleiss gibt es bei Klettermaterial zahlreiche Faktoren, die zu vorzeitiger Alterung oder Abnutzung führen und zu einer Verkürzung der Ablegereife. Zusätzlich haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Hersteller von Klettermaterial Teile ihrer Produktionen zu Inspektionen und/oder zum Austausch zurückgerufen. Ob das jeweils angebotene gebrauchte Material zu diesem dazugehört und welche sicherheitstechnisch wichtige Historie das Material im Einzelnen hat, erschließt sich nicht unbedingt aus der Begutachtung des Materials. Zumindest nicht ohne sehr detailreiche und spezielle Kenntnisse und weiteren Recherchemöglichkeiten.

Daher gilt ersteinmal: Finger weg von gebrauchtem Klettermaterial, welches sicherheitstechnische Anforderungen erfüllen muss.

Wenn der Verkäufer persönlich bekannt ist oder es sich um einen gewerblichen und seriösen Verkäufer handelt, dessen Kerngeschäft der Verkauf und/oder die sicherheitstechnische Einschätzung von Kletter-, Sicherheitsmaterial und Persönlicher Schutzausrüstung ist, und derjenige die Historie und die Sicherheit des Materials beschreiben kann, wäre ein Kauf von gebrauchtem Material möglich.

Die Sicherheit sollte allerdings nicht aus Kostengründen auf der Strecke bleiben.

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Wann brauche ich einen Komplettgurt oder einen Brustgurt ?


Ein Kombi- oder Komplettgurt wird heute fast ausschließlich nur noch in Klettersteigen oder in alpinen Klettereien eingesetzt, bei denen im Falle eines Sturzes die Gefahr besteht, dass der Stürzende (z.B. durch einen schweren Rucksack) mit dem Oberkörper nach hinten kippt und kopfüber stürzt.

Kombi- und Komplettgurte sind ebenfalls in Hochseilgärten, als Absturzsicherungen im Handwerk und bei dem industriellen Klettern im Einsatz.

Nicht mehr standardmäßig und allgemein empfohlen werden Komplettgurte beim Sportklettern, Eisklettern, Hochtouren, alpiner Kletterei mit Tagesrucksack, Canyoning etc.

Dies gilt ebenso für die altbekannte Hüft-Brustgurt-Kombination, bei der ein Hüftgurt mit einem zusätzlichen Brustgurt verbunden wird.


Für Kinder eignen sich Komplettgurte für das Klettern ebenfalls nur bedingt, da die Kinder sehr schnell aus diesen herauswachsen und meist von ihrem Körperbau diese gar nicht benötigen. Die Herstellerfirmen haben spezielle Kinderhüftgurte im Programm.


Die Verwendung eines zusätzlichen Brustgurtes kann aber notwendig sein, wenn die einzugurtende Person keine Taille hat (z.B. bei bestimmten Körperbauformen oder sehr kleinen Kindern).

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Muss Klettermaterial regelmäßig überprüft werden ?


Privates Klettermaterial muss nicht regelmäßig von unabhängiger Stelle geprüft werden. Jedoch sollte das eigene Material immer wieder auf Schäden hin untersucht werden.

Anders verhält es sich bei Material, welches als Leihmaterial oder als sog. "PSA" (persönliche Schutzausrüstung) für den gewerblichen Einsatz zur Verfügung gestellt wird. Ähnlich wie bei der Inspektion von z.B. Kletteranlagen, wird hier durch eine unabhängige Stelle das Material gesichtet und dieses dokumentiert. Eine regelmäßige Dokumentation des Zusstandes im laufenden Betrieb ersetzt dabei nicht die Hauptinspektion des Materials.

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Ich kletter nur an künstlichen Anlagen, was brauche ich an Material ?


Klettern ist am Anfang eine recht günstige Sportart.

Für die Kletterhalle reicht ein - allerdings richtig sitzender - Klettergurt, ein Sicherungsgerät und ein Karabiner aus. Kletterschuhe machen das Kletterleben lebenswerter. Mit diesem Material kann ich bereits im Toprope klettern. Für den Vorstieg in einer Kletterhalle braucht es zusätzlich ein Seil (und ein Kletterpartner, der wirklich einen Vorstieg sichern kann!).

Für eine Outdoor-Kletteranlage braucht es etwas mehr. Hier hängen im seltensten Fall Seile und die Zwischensicherungen sind hier auch nicht mit Expresssets eingerichtet. Routenabbruch oder spezielle Begebenheiten an diesen Anlagen kann zu einem deutlich höheren Materialbedarf führen. Was ich dafür brauche und wie ich richtig damit umgehe, lerne ich in Kletterkursen.

Dass es nicht ausreicht, super Material zu haben, sondern der Umgang damit richtig geschult werden muss, braucht an dieser Stelle wohl nicht weiter erwähnt zu werden. Der Verkäufer in einem Kletterladen ist allerdings in den seltensten Fällen auch ein Ausbilder.

Finger weg von günstigem Internetmaterial oder günstigen "Einsteigerpaketen". Beim Ersteren könnt ihr nicht ausprobieren, Sitz prüfen oder Funktion kontrollieren. Zudem: sowohl die Firma "Wild Country" als auch die Firma "Petzl" sind aktuell von Fälschungen betroffen. Beim Zweiten kauft ihr im Normalfall teurer. In solchen Paketen ist häufig Material dabei, das nicht wirklich in der Praxis tauglich ist. Ihr stellt dann schnell fest, dass es doch etwas für euch Besseres gibt. Karabiner, Gurte, Schlingen etc. habt ihr ziemlich lange, das Leben hängt da ja auch noch dran. Es lohnt sich also, nicht zu geizig zu sein.

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Welches Material brauche ich als Anfänger in Kletterkursen ?


In unseren Kletterkursen wird das Material gestellt. Wobei eigenes Material dem Leihmaterial immer vorzuziehen ist.

In den Kletterkursen für die Humboldt-Universität wird Material bis auf die Kletterschuhe gestellt. Hier empfiehlt sich der Kauf von Kletterschuhen.

Generell gilt aber: erst die ersten Termine wahrnehmen, bevor ein Kauf eigenen Materials in Erwägung gezogen wird. In den Kursen wird umfangreich über geeignetes Material informiert, so dass die Gefahr von Fehlkäufen geringer ist.

Teilnehmer unserer Kurse bekommen bei uns geeignetes und getestetes Material, dass den Geldbeutel nicht zu sehr strapaziert und praxistauglich ist. Aber auch hier gilt: Billig ist meist teurer.

Abzuraten ist von Internetkäufen und sog. "Einsteigerpaketen", da bei diesen häufig Material beiliegt, das weder praxistauglich noch im Bundle besonders günstig daherkommt. Internetkäufe bergen die Gefahr von 2.Wahl-Ware, Unmöglichkeit des anprobierens und unklaren Ursprüngen.

Einige große Klettermaterialhersteller sind aktuell von Fälschungen betroffen.

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Zum Kletterschuh-Universum


Kletterschuhe sind keine Laufschuhe. Sie sind eng und geben einem immer das Gefühl, solche Schuhe nie freiwillig zu kaufen, geschweige denn zu tragen. Unangenehm und zu eng: ja, sterben: nein.

Der Sinn von Kletterschuhen ist, optimal den Andruck der Zehen auf die Spitze und die Seitenkanten zu bringen. Nur dann ist es möglich auf kleinsten sog. Leisten zu stehen. Die Zehen sind dabei leicht angestellt. Die Ferse sollte den Schuh ausfüllen.

Sind die Schuhe zu groß, kann keine optimale Kraftübertragung erfolgen, sind sie zu klein - und die Zehen zu sehr aufgestellt - gilt dies ebenso. Zudem kann dies sehr schmerzhaft sein.

Manche Schuhe dehnen sich im Laufe des Schweisses, Kunstleder im Normalfall nicht.

Abhängig von Fuß- und Zehenform müssen also die Schuhe schlanker oder breiter geschnitten sein. 1000 verschiedene Fußformen - 150 verschiedene Schuhformen.

Abhängig von der Kondition der Füsse (Fußspannung) können nun die Schuhe härter oder weicher sein. Auch die Grundspannung des Schuhs selbst hat Einfluss darauf, in wie weit der Fuss in seiner Spannung gehalten wird. Je mehr Spannung der Schuh von sich aus mitbringt, desto weniger zu klein sollte er sein.

Anfänger brauchen im Normalfall etwas härtere Sohlen, Profis können sich sehr weiche Sohlen leisten. Sinn macht es auf jden Fall nicht, wenn man als Anfänger sich zu weiche Schuhe kauft, da damit die Kraftübertragung auf den Schuh und auf den Tritt nicht optimal sein wird. Zu weiche Schuhe bedeuten dann zwangsläufig: Füsse trainieren.

Sind allerdings die Sohlen der Schuhe zu hart, poltert man mit den Schuhen unsensibel auf den Tritten herum und das Gespür für den Körperschwerpunkt und dem richtigen Setzen der Füsse wird sich nicht einstellen.

Der Kletterschuhkauf gehört sicher zu den schwierigsten Entscheidungsprozessen eines Kletterlebens, auch wenn Kletterschuhe zu dem wenigen echten Verschleißmaterial des Klettermaterials gehören.

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Was sind autorisierte Händler von Klettermaterial?


Autorisierte Händler sind die Händler, die von den jeweiligen Herstellern oder Handelsvertretungen als Händler akzeptiert wurden. Hersteller und Großhändler setzen für eine Akzeptanz unterschiedliche Kriterien an, die im Normalfall verhindern, dass sich jemand als Händler einfach eintragen lassen kann.

Der Einkauf bei den Herstellern und wiederum autorisierten Handelsvertretungen garantiert Originalmaterial.

Bestimmte Hersteller schließen z.B. den Verkauf von Klettermaterial im Internet explizit aus, generell wird kein seriöser Händler über Plattformen wie z.B. ebay Klettermaterial anbieten und damit seinen Händlerstatus auf das Spiel setzen.

Jedoch ist es gerade das Internet, dass Fälschern den Verkauf ihrer Ware vereinfachen. Bei günstigen Preisen sollten bereits alle Warnlampen angehen. Die Einkaufspreise des Händlers sind für Markenprodukte relativ hoch, so dass es ihm eigentlich unmöglich ist, weit unter Preis zu verkaufen.

Eine Feststellung über den Status der Autorisierung eines Händlers kann meist nur über eine jeweilige Nachfrage bei dem Hersteller oder der Handelsvertretung erfolgen. Die Internetseiten der Hersteller über ihr Händlernetz sind überwiegend nicht aktuell.

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Wann darf ich Klettermaterial nicht mehr verwenden ?


Klettermaterial darf dann nicht mehr verwendet werden, wenn Beschädigungen die Funktion des Materials verhindern oder sicherheitsrelevant sind. Dies können sowohl nicht mehr richtig schließende Karabiner, angerissene Bandschlingen, defekte Nähte, durchgescheuerte Schlaufen etc. sein.

Grundsätzlich gilt hier, dass die Haftung für dieses Material im Falle eines Unfalls bei dem Eigentümer liegt. Da Klettermaterial zu dem persönlichen Material (siehe PSA) gehört, haftet hier derjenige, der das Material zur Verfügung stellt. Jedoch erfordert die Verwendung von eigenem Klettermaterial selber ein Mindestmaß an Einschätzungsvermögen, und im Falle einer Entdeckung von Beschädigung, ein präventives Herausnehmen aus dem produktiven Einsatz.

Bei der Verwendung von Klettermaterial als Leihmaterial ist eine Begutachtung und Bestätigung von einer unabhängigen Stelle empfehlenswert. Durch diese kann einer Versicherung oder einer ermittelnden Behörde im Falle eines Unfalls der Beleg über den Zustand des Materials beigebracht werden.

Im Jahr 2012 und 2013 ist bei Klettersteigset die Ablegereife in Zusammenhang mit der Intensität der Nutzung besonders in den Fokus geraten und die empfohlende Nutzungsdauer durch die Hersteller ergeblich gesenkt worden. Die Problematik wird sich nicht auf den Bereich der Klettersteigsets beschränken.

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Was ist die CE-Kennzeichnung ?


Jedes Produkt, das legal auf den europäischen Markt kommt, hat eine CE-Kennzeichnung. Die Überprüfung der CE-Kennzeichnung obliegt den Gewerbeaufsichtsämtern, bei Einfuhr in die EU den Zollämtern. Das CE-Zeichen sagt nichts darüber aus, ob das Produkt tatsächlich der geltenden Norm entspricht. Es ist also eine Konformitätserklärung des Herstellers selbst, dass es einer Norm entsprechen würde. Auf fachdeutsch: für ein richtlinienkonformes Inverkehrbringen.

Erst durch Prüfung eines unabhängigen Labors kann die herstellereigene Erklärung bestätigt werden. Eine vierstellige Nummer hinter dem CE-Zeichen bezeichnet das Prüflabor. Eine zweistellige Nummer ist irrelevant, da sie nur das Produktionsjahr darstellt.

Allerdings ist auch mit einer Prüflabornummer immer noch nicht dokumentiert, nach welcher Norm das Produkt nun tatsächlich geprüft wurde.

Nur die zusätzliche Kennzeichnung mit der entsprechenden Norm (ENxxx) und oder der Kennzeichnung nach UIAA (Union Internationale des Association d'Alpinisme-International Mounteneering Association) belegt eindeutig die der Prüfung zugrundeliegende Norm.

Da im Kletterbereich die europäischen Normen die nationalen Normen abgelöst haben, spielen DIN, ÖN etc. keine wesentliche Rolle mehr.

 

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